
Was sage ich einem Menschen mit Depressionen?
Es kommt weniger auf die perfekten Worte an als darauf, da zu sein. Hör zu, bleib da und melde dich wieder. Hier steht, was hilft und was du besser vermeidest.
Was du sagen kannst
- „Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit bedrückt wirkst. Wie geht es dir wirklich?“
- „Ich bin da. Willst du reden, oder soll ich einfach bei dir sein?“
- „Lass dir Zeit. Ich höre dir zu.“
- „Kann ich heute etwas für dich tun, zum Beispiel einkaufen oder dich irgendwo hinfahren?“
- „Würde es dir helfen, mit einer Beratungsstelle zu sprechen? Ich helfe dir, eine zu finden.“
Dann hör mehr zu, als du redest. Du kannst sagen: „Das klingt wirklich schwer“, ohne gleich eine Lösung zu suchen.
Was du besser vermeidest
- „Du betest einfach zu wenig.“ Beten kann helfen, aber solche Worte geben Menschen das Gefühl, selbst schuld daran zu sein, dass es ihnen schlecht geht.
- „Denk einfach positiv“ oder „Reiß dich zusammen“. Eine Depression sucht sich niemand aus.
- „Anderen geht es noch viel schlechter.“ Das klingt, als dürfte es der Person nicht schlecht gehen.
- Sofort viele Ratschläge. Hör zuerst zu und frag, bevor du etwas vorschlägst.
Wenn jemand davon spricht, nicht mehr leben zu wollen
Frag direkt: „Denkst du daran, dir das Leben zu nehmen?“ Die Frage bringt niemanden erst auf die Idee. Sie zeigt, dass du bereit bist zuzuhören.
Bleib bei der Person oder sorg dafür, dass jemand bei ihr ist. Ruft gemeinsam die TelefonSeelsorge an: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenlos und rund um die Uhr. In Österreich hilft die 142, in der Schweiz die 143. Bei akuter Gefahr ruf die 112 an.
Melde dich immer wieder
Eine Nachricht ein paar Tage später, wie „Ich denk an dich. Kaffee diese Woche?“, bedeutet viel. Lade die Person weiter ein, auch wenn sie absagt.
Jemandem zu helfen, kann auch dich belasten. Such dir selbst jemanden zum Reden: Bei der TelefonSeelsorge hört dir jemand zu, kostenlos und rund um die Uhr.
Häufige Fragen
Soll ich direkt fragen, ob jemand an Suizid denkt?
Ja. Wenn du ruhig und direkt fragst, bringst du niemanden erst auf die Idee, und darüber reden zu können, kann entlasten. Wenn die Antwort Ja ist, bleib bei der Person und ruf die TelefonSeelsorge an: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. In Österreich hilft die 142, in der Schweiz die 143.
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